CO₂-Werte werden im Straßengüterverkehr immer häufiger für Kundenanfragen, Ausschreibungen und interne Vergleiche benötigt. Für eine praktische Vorkalkulation lässt sich der Wert aus der gefahrenen Strecke und einem realistischen Dieselverbrauch ableiten.
Zuerst den Dieselverbrauch der Fahrt bestimmen
Aus Strecke und Verbrauch in l/100 km ergibt sich die erwartete Dieselmenge. Ein Fahrzeug mit 30 l/100 km benötigt auf 1.000 km rechnerisch 300 Liter. Entscheidend ist, möglichst reale Verbrauchsdaten zu verwenden. Gewicht, Topografie, Wetter, Geschwindigkeit, Reifen, Leerlauf und Fahrstil können den Verbrauch deutlich verändern.
Vom Liter Diesel zum CO₂-Wert
Die verbrauchten Liter werden mit einem Emissionsfaktor multipliziert. Je nach Ziel der Berechnung wird direktes CO₂ oder ein CO₂e-Faktor verwendet. CO₂e drückt die Wirkung verschiedener Treibhausgase in einer gemeinsamen Vergleichsgröße aus.
TTW und WTW nicht verwechseln
Tank-to-wheel beschreibt Emissionen bei der Nutzung des Kraftstoffs im Fahrzeug. Well-to-wheel betrachtet zusätzlich vorgelagerte Prozesse der Kraftstoffbereitstellung. Daher ist ein WTW-Wert höher als ein reiner TTW-Wert.
Für Kundenberichte ist wichtig, dass alle verglichenen Transporte mit derselben Systemgrenze und derselben Faktorquelle berechnet werden. Sonst entstehen scheinbare Unterschiede, die nur aus verschiedenen Methoden stammen.
Was bedeutet g/t-km?
g/t-km setzt die Emissionen ins Verhältnis zur transportierten Masse und Strecke. Damit lässt sich die Effizienz zweier Transporte besser vergleichen als mit der absoluten CO₂-Zahl allein. Ein gut ausgelasteter LKW kann pro transportierter Tonne deutlich besser abschneiden als ein halb leerer LKW.
Leerkilometer sind dabei besonders relevant. Sie verursachen Emissionen, ohne zusätzliche Fracht zu bewegen. Wird die Leerfahrt dem Auftrag zugerechnet, steigt dessen Emissionsintensität.
CO₂ zusammen mit Auslastung planen
Für eine bessere Planung sollten CO₂, Nutzlast, Lademeter und Tourkosten gemeinsam betrachtet werden. Weniger Leerfahrt, bessere Auslastung und eine realistische Routenplanung können sowohl Emissionen als auch Kosten senken.
EuroTruckTools liefert einen Planwert aus den eingegebenen Daten. Für formelle Nachhaltigkeitsberichte gelten die im Unternehmen festgelegte Methodik, Systemgrenzen und freigegebenen Emissionsfaktoren.
Methode und Emissionsfaktor gemeinsam dokumentieren
Dieselbe Dieselmenge kann je nach Bilanzgrenze zu unterschiedlich dargestellten Kennzahlen führen. Speichern Sie deshalb nicht nur CO₂ oder CO₂e, sondern auch Quelle, Jahr und Systemgrenze des Faktors – zum Beispiel TTW oder eine weiter gefasste WTW-Betrachtung. Ohne diese Information lassen sich zwei Touren später nicht sauber vergleichen.
Leerkilometer verändern die Emissionsintensität
Der absolute CO₂-Wert kann ähnlich bleiben, während g/t-km durch Nutzlast und Leerfahrt deutlich schwankt. Wer Emissionen optimieren will, sollte deshalb Auslastung, LDM, Nutzlast und Leerkilometer gemeinsam mit dem Kraftstoffverbrauch