Neue Lkw-Regeln in der Slowakei ab 1. September 2026

Ab dem 1. September 2026 treten in der Slowakei wichtige Änderungen der Straßenverkehrsregeln in Kraft. Sie betreffen insbesondere Lkw-Fahrer, Transportunternehmen und Disponenten im internationalen Verkehr.

Zu den wichtigsten Änderungen gehören neue Vorgaben zu Überladung und Achslasten, geänderte Sonntags- und Feiertagsfahrverbote, höhere Bußgelder bei schweren Geschwindigkeitsverstößen sowie eine erweiterte automatische Verkehrsüberwachung.

Die Änderungen beruhen auf dem slowakischen Gesetz Nr. 131/2026.

10-%-Überladungsgrenze – was bedeutet sie?

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das zulässige Fahrzeuggewicht und die Achslasten.

Wird die zulässige Masse eines Fahrzeugs, einer Fahrzeugkombination oder eine zulässige Achslast um 10 % oder mehr überschritten, kann dies als schwerwiegender Verkehrsverstoß eingestuft werden.

Wichtig:

Die 10-%-Grenze ist keine erlaubte Toleranz.

Das bedeutet nicht, dass ein Lkw legal mit 5 %, 8 % oder 9 % Überladung fahren darf. Auch eine geringere Überladung kann weiterhin gegen die geltenden Vorschriften verstoßen.

Die 10-%-Marke beschreibt vielmehr die Schwelle, ab der der Verstoß als besonders schwer eingestuft werden kann.

Achslasten unbedingt prüfen

Auch wenn das Gesamtgewicht eines Lkw innerhalb der zulässigen Grenze liegt, kann eine einzelne Achse überladen sein.

Das hängt häufig von der Verteilung der Ladung im Auflieger ab.

Vor der Fahrt sollten deshalb unter anderem geprüft werden:

tatsächliches Gesamtgewicht,
Nutzlast,
Belastung der Antriebsachse,
Belastung der Aufliegerachsen,
Position und Verteilung der Ladung.

Die EuroTruckTools-Rechner für Nutzlast und Achslast können bei der Vorabplanung helfen.

Änderungen beim Lkw-Fahrverbot am Sonntag

Auch die Fahrverbotszeiten für bestimmte schwere Fahrzeuge ändern sich.

Bisher galt das entsprechende Fahrverbot an Sonntagen und am letzten Tag eines arbeitsfreien Zeitraums ab 00:00 Uhr.

Ab dem 1. September 2026 beginnt das Verbot erst um:

06:00 Uhr

und endet weiterhin um:

22:00 Uhr

Für betroffene Fahrer bedeutet das ein zusätzliches Zeitfenster am frühen Sonntagmorgen.

Verstoß gegen das Fahrverbot wird strenger bewertet

Die kürzere Verbotszeit bedeutet jedoch nicht, dass die Regeln insgesamt gelockert werden.

Verstöße gegen bestimmte Lkw-Fahrverbote können künftig als schwerwiegende Verkehrsverstöße eingestuft werden.

Für Disponenten und Transportunternehmen wird es daher noch wichtiger, die Einfahrtszeit in die Slowakei exakt zu planen.

Ein Unterschied von wenigen Stunden kann entscheiden, ob eine Fahrt erlaubt ist oder in die Verbotszeit fällt.

Höhere Bußgelder bei schweren Geschwindigkeitsverstößen

Die Reform erhöht außerdem die Strafen für besonders schwere Geschwindigkeitsüberschreitungen.

In entsprechenden Verwaltungsverfahren können Bußgelder künftig bei:

800 bis 1.300 Euro

liegen.

Bei bestimmten vor Ort abgewickelten Verfahren können Strafen von:

500 bis 1.000 Euro

verhängt werden.

Für Berufskraftfahrer können solche Verstöße neben der Geldstrafe weitere Konsequenzen haben.

Mehr automatische Kontrollen

Die Slowakei erweitert außerdem den Einsatz technischer Systeme zur Verkehrsüberwachung.

Bestimmte Verstöße können dadurch erkannt und dokumentiert werden, ohne dass das Fahrzeug unmittelbar von der Polizei angehalten werden muss.

Fahrer sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass ein Verstoß unbemerkt geblieben ist, nur weil keine Straßenkontrolle stattgefunden hat.

Für Transportunternehmen werden eine korrekte Routenplanung, die Einhaltung der Gewichtsgrenzen und eine saubere Dokumentation zunehmend wichtiger.

Was sollten Transportunternehmen vor der Fahrt durch die Slowakei prüfen?

Vor einer Fahrt durch die Slowakei sollten Fahrer und Disponenten folgende Punkte kontrollieren:

Tatsächliches Fahrzeug- und Zuggesamtgewicht prüfen.
Einzelne Achslasten kontrollieren.
Die 10-%-Grenze nicht als erlaubte Überladung verstehen.
Sonntags- und Feiertagsfahrverbote prüfen.
Route und Fahrzeit entsprechend planen.
Fahrer über höhere Bußgelder informieren.
Mit automatischer Verkehrsüberwachung rechnen.
Sind bis zu 10 % Überladung erlaubt?

Nein.

Die neue Regel schafft keine 10-%-Toleranz.

Die Grenze legt fest, ab welchem Umfang eine Überladung als schwerwiegender Verstoß eingestuft werden kann.

Wann gelten die neuen Regeln?

Die wichtigsten hier beschriebenen Änderungen treten am 1. September 2026 in Kraft.

Wie lauten die neuen Sonntagsfahrverbotszeiten?

Für die betroffenen schweren Fahrzeuge beginnt das Fahrverbot an Sonntagen und am letzten arbeitsfreien Tag künftig um 06:00 Uhr statt um Mitternacht.

Das Ende bleibt bei 22:00 Uhr.

Was sollten Fahrer besonders beachten?

Vor einer Fahrt durch die Slowakei sollten Fahrer vor allem Gewicht, Achslasten, Fahrverbotszeiten und aktuelle Verkehrsregeln prüfen.

Besonders wichtig ist, die neue 10-%-Grenze nicht fälschlicherweise als erlaubte Überladung zu verstehen.